Ihre Tage sind GEZählt, …

Zwei Spülbürsten mit Lachgesicht betrachten einen Film: eine Rolle Tesafilm.

Ein guter Film erfreut uns sehr,
die GEZ weit weniger.
(Frei nach Wilhelm Busch)

… knickriger Leser! Denn ab 1. Januar können Sie nicht mehr behaupten, Sie hätten keinen Fernseher, kein Radio, keinen Rechner, kein Handy, kein Smartphone und wohnten auf dem Baum in einem Funkloch im Bayerischen Wald! Ab 1. Januar wird GEZahlt! Von allen! Und zwar keine Rundfunkgebühr, sondern ein „Rundfunkbeitrag“.

Hierzu wurde die nach Ostblockmief müffelnde „Gebühreneinzugszentrale“ (GEZ) umbenannt in den Weiterlesen

Skandal! Nichtleser fordern mehr Text

Nicht lesen, aber meckern! Da gibt es mal ein Wochenende nichts Neues auf netzwitz.de, einem der nichtgelesensten Blogs überhaupt, schon kommen die Beschwerdemails …

Leider kann ich Ihnen keinen stichhaltigen Grund präsentieren, da ich meine Ausredenfibel verlegt habe. Hören Sie stattdessen – bevor Taubstumme mehr Audiodateien fordern – mein Interview mit einer begeisterten netzwitz-Leserin. Sie möchte vor Begeisterung anonym bleiben, weshalb wir uns auf den Sammelnamen „Schmidt“ geeinigt haben.

„stoersender.tv“ – Crowdfunding startet ungestört

Vor einer Woche startete die Crowdfunding-Aktion für das Projekt stoersender.tv, ein politisch-satirisches Internet-TV-Magazin unter der Ägide des Kabarettisten Dieter Hildebrandt (ich berichtete darüber). Inzwischen ist ein Fünftel der Kosten bereits durch Spenden gedeckt – ein vielversprechendes Zwischenergebnis, wenn man bedenkt, dass die Sammelaktion noch knapp zwei Monate läuft.
Nähere Informationen, auch zur „Gründungsversammlung“ in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft (ab Minute 2:15), bietet der folgende Film:

Armer Teufel! Neuauflage der „pardon“ zum 50. Jubiläum

Titelseite der "pardon"-Neuausgabe 2012.Welcher Teufel hat mich bloß geritten, als ich mir die „Neuauflage“ der Satirezeitschrift pardon kaufte! War es der kleine Teufel im linken oberen Eck des Titelblatts, der keck seinen Hut lüftet und die Hörner entblößt, das altbekannte pardon-Logo? Sekunden der Unaufmerksamkeit im Laden – schon sind wieder fünf Euro beim Teufel. Fünf Euro! Dafür bekommt man ein ganzes Fastfood-Menü und kann den Rest noch zur Altersvorsorge anlegen!

Nun liegt das himmelblaue Trumm seit Tagen bei mir auf dem Schreibtisch und will bekrittelt sein. Aber kaum habe ich die Staubschicht entfernt (das Heft scheint seinen eigenen Staub zu produzieren), überkommt mich bleierne Müdigkeit. An Lesen ist nicht zu denken! Weiterlesen

Puten, die bluten

Um menstruierende Frauen geht es hier leider nicht, kopfschüttelnder Leser, tischkantenbeißende Leserin! Es sind doch bloß Worte, denken Sie sich nichts dabei. Nein, ein herrlicher Satz riss mich soeben aus der Ödnis des Alltags:

warum gibt es eigentlich keine putenblutwurst?

fragt jetzt.de-User zehnterjuni heute in existenzialistischer Kleinschreibung. Weiterlesen

Dieter Hildebrandt plant TV-Magazin im Netz

Und das mit 85 Jahren, Respekt! Der Digital Immigrant Dieter Hildebrandt, bekannt u.a. durch sein TV-Kabarett „Scheibenwischer“, möchte 2013 wieder auf Sendung gehen. Und zwar unabhängig, via Internet, denn „die öffentlich-rechtlichen Anstalten machen sich in jede Hose, die man ihnen hinhält, und die privaten senden das, was drin ist“, wie er in einem Videostatement erklärt.

Stoersender.tv heißt das von Stefan Hanitzsch initiierte Internetmagazin, das 20 Mal je eine halbe Stunde „Kabarett, Journalismus, Satire, Kampagne und Stör-Aktionen online wie offline“ bieten soll. Für das karikaturistische Element wird dabei SZ-Zeichner Dieter Hanitzsch (Vater von Stefan H.) sorgen. Und zwei „Promis“ – Erwin Pelzig alias Frank Markus Barwasser und Roger Willemsen – haben ebenfalls ihre Mitarbeit angekündigt. Beteiligen kann sich aber auch jeder „Normalo“, der etwas zu sagen hat.

Unabhängigkeit schön und gut, aber wer bezahlt’s? Es wollen immerhin 125 000 Euro zusammengetrieben sein. Hier greift man zur modernsten Finanzierungsmöglichkeit, die das Internet bietet: „Crowdfunding“, zu Deutsch: Massenschnorren. Jeder, der mag, kann einen Betrag von 5 Euro aufwärts zur Verfügung stellen. Und für den Spender gibt es ein kleines Dankeschön obendrauf – vom Vorabempfang (conceptio praecox) der Sendungen bis zu handsignierten Postern.

Los geht’s wegen der großen Resonanz ab sofort und nicht erst ab Montag, wie ursprünglich geplant. Ich bin dabei. Und Sie …?

Regelmäßige Berichte über den Stand der Dinge werden folgen.

Neues unter „Witz im Netz“

Der eine oder die andere meiner beiden Leser wird es bemerkt haben: netzwitz.de bietet nicht nur regelmäßig Artikel, bei denen einem „der Draht aus der Mütze springt“, wie Oliver Kalkofe sagen würde. Nein, unter dem nobelpreisverdächtig originellen Titel „Witz im Netz“ in der oberen Navigation verbirgt sich auch ein Verzeichnis handverlesener Websites, die ich persönlich für des Anklickens würdig befunden habe. Ich erzähle Ihnen das nicht, damit Sie einen weiteren Knopf an der Backe haben, sondern weil ich jetzt einige dieser

Linklisten aktualisiert

habe.

„Tolle Leistung“, höre ich Sie gähnen. – Doch so kann nur gähnen, wer das Internet nicht kennt. Ich verrate Ihnen was (aber twittern Sie es nicht weiter!): Die Beschäftigung mit dem Thema „Humor im Internet“ ist die gerade Rutschbahn in die Depression. Wer meint, „unterste Schublade“ wäre zuunterst, muss erkennen, dass es von hier aus noch tausend Meter abwärts geht – mit vielen, vielen Zwischengeschossen. Umso strahlender glänzen

zwei humoristische Perlen in der Rubrik „Sprachwitz“,

auf die ich hier explizit hinweisen möchte:

radiopannen.de
Angenehm professionell gestaltete, werbefreie Seite mit den schönsten Lapsus Linguae aus dem Äther. Als Einstieg empfehle ich Platz 1 der Radiopannen-Charts: NDR-Reporter Thomas Stahlberg erliegt einem Lachkrampf bei der Ansage eines Herrn Helmut Poppen.

belauscht.de – Deutschland im O-Ton
Ebenfalls professionell gestaltete Seite mit den schönsten Stilblüten des Alltags, von fleißigen Lauschern eingesandt. Mein Favorit: „Mama, wenn man Tiere nicht essen soll, warum sind die denn dann aus Fleisch?“

Natürlich ist das Linkverzeichnis längst nicht vollständig. Darum ist

Ihre Mithilfe gefragt!

Kennen Sie originelle, unterhaltsame Websites, die in meinem Verzeichnis noch fehlen? Dann lassen Sie meine Leser und mich nicht dumm sterben, sondern mailen Sie mir Ihren Tipp oder schreiben Sie ihn ins Kommentarfeld. Jeder Vorschlag wird geprüft und bei Gefallen in die Linkliste aufgenommen. Ich bin gespannt …

Tod durch Weihnacht

Warnschild "Explosionsfähige Atmosphäre"

An den Feiertagen eher Regel als Ausnahme: die „explosionsfähige Atmosphäre“. Sie bildet sich leicht zwischen den Familien der Ehepartner. Deshalb sind …

„Weihnachten ist dieses Jahr besonders gefährlich“ warnt uns die Welt. Zu Recht. Aber wieso nur „dieses Jahr“?

Weihnachten ist doch der feiertaggewordene Super-GAU schlechthin – vom Kaumuskelkrampf nach dem Gänsebraten mit der Konsistenz eines Gummistiefels bis zum lodernden Christbaum, dessen zerknallende Kugeln sich wie Streubombensplitter in erwartungsvolle Kinderaugen bohren.

Welche Gefahrenquellen hat die Welt denn im Einzelnen ausgemacht? Weiterlesen

Mañana …

„Leiden Sie auch an Aufschieberitis?“
„Keine Ahnung … morgen vielleicht …“
Wenn das Ihre Antwort ist, schluffiger Leser, tranige Leserin, könnte es schon zu spät sein! Mit dieser Einstellung hat noch nie jemand die Weltherrschaft übernommen. Aber auch wenn es nur darum geht, einen Text zu schreiben, und sei er noch so kurz, erscheint oft jede andere Beschäftigung attraktiver.

Ich erlebe das täglich am eigenen adipösen Leib: Weiterlesen

Autor meistbietend abzugeben – handzahm, schmutzt nicht

Heilige Konkursula! Heiliger Insolwenzel! Werden nach der Pleite von Frankfurter Rundschau und Financial Times Deutschland nun die Autoren verramscht? Lesen wir demnächst im Anzeigenteil „Bei Abnahme von zehn Hektolitern Moralin extrasauer erhalten Sie einen Gratis-Grass dazu“? Ich frag ja nur. Denn unter der Angebotsnummer 493 wurde jetzt beim Tagesspiegel als „einmaliges Traumangebot“ eine einstündige Harald-Martenstein-Lesung für zuhause versteigert. Weiterlesen

Hoert, hoert, ein Moers!

Junger Mann mit dunkler Basecap, der Walter Moers sein könnte

Ist er’s? Moeglicherweise Walter Moers, der oeffentlichkeitsscheue Zeichner und Autor, in einer NDR-Aufnahme von 1994.

Tada! Puenktlich zum Fest gibt es ein neues Werk des ueberragenden Walter Moers, der uns mit kleinen Arschloechern, alten Saecken, boesen Nazisaeuen, Foenigen, traeumenden Buechern, dem legendaeren Kaept’n Blaubaer und Hein Bloed unser oedes Leben versueßt. Weiterlesen

Todeswochen

Naiv gestaltetes Grabrelief eines Totenschädels über zwei gekreuzten Knochen

So schön kann der Tod sein: Grabrelief auf dem Alten Friedhof Bielefeld.

„Was hat denn der Tod in einem Witz-Blog zu suchen?“, höre ich Sie zetern, während Ihr verschrecktes Frühstücksbrötchen zu Boden fällt und auf der Marmeladenseite landet. Nun, das Leben ist ein Witz – und der Tod ist die Pointe.

Der Tod ist immer aktuell. „Mytten wir ym leben synd / mit dem todt vmbfangen“, wie Martin Luther dichtet. Und jetzt noch aktueller dank der ARD-Themenwoche „Leben mit dem Tod“.

Sogar ein leibhaftiger Comedian nahm sich des ernsten Themas an. Weiterlesen

Niesen mit Stil

Als ob ich mit den kippenden Reissäcken dieser Welt nicht schon genug zu tun hätte – jetzt auch noch das: Wie verhält man sich korrekt, wenn man in Gesellschaft niest? In der Zeit würden jetzt 25 Absätze über die kulturhistorische Bedeutung des Niesens folgen (von den Sumerern bis übermorgen). Das erspare ich Ihnen und mir.

Dabei bin ich selbst passionierter Nieser. Weiterlesen

„Aber mein Name ist etwas Besonderes“

Hierin kann ich der Süddeutschen Zeitung nur zustimmen. Darum heißt es im Blog-Untertitel ja auch „aus der Fröscher-Perspektive“. Oder kennen Sie jemanden, der Perspektive heißt?
Der Name beeinflusst das Leben seines Trägers. Wie sehr, das zeigen amerikanische Studien. Das Ergebnis hinterlässt Fragezeichen in den Augen.

Da soll ein wie auch immer gearteter Zusammenhang bestehen zwischen Weiterlesen

I had a dream …

Leere Comic-Denkwolke mit Untertitel 'Traum (schematische Darstellung)'Amerika hat gewählt. So what?! Was bedeutet schon eine US-Wahl, solange noch Reissäcke kippen in der Welt! Und mal ehrlich: Hing Ihnen der Vorvorvorwahlkampf nicht auch so weit zum Halse raus, dass man ihn hätte dreimal um die Erde wickeln können? Von mir aus hätte man auch einen sprechenden Kaktus wählen können, Hauptsache, der Spuk hat ein Ende!

Der Grund, weshalb ich mich heute nicht über die Präsidentschaftswahl auslasse: mich verfolgt mein Traum der letzten Nacht. Weiterlesen

„Neue Euro-Scheine kommen 2013“

Billige Fälschung: Ein-Euro-Schein mit Aufschrift 'PECUNIA NON OLET', d.h. "Geld stinkt nicht"Der Schreck fuhr mir in die Geldbörse, die sich prompt verkrampfte und nicht mal den Parkgroschen rausrückte, als ich in der Süddeutschen Zeitung diese Überschrift las. Es ist so weit: die INFLATION!!! Leute, holt die Kinder rein, jetzt kommt der neue Euro-Schein! Ob er wohl größer wird, damit zwölf Nullen drauf passen? – Und wann kommt das große Namens-Update? Die Umbenennung in „Neuro“ – wie „Neurologische Abteilung“, passend zum Irrsinn von Europens Finanzpolitik … – Doch überlassen wir das Spekulieren lieber den Börsianern. Weiterlesen

Auch Männer haben ihre Tage

Mann mit blauem Pullover und großer Bierflasche, Zeichnung von Sabine KuhnVorgestern war Weltmännertag! Gefährlich schwankte der Reissack und auch ich. Und auch ich – so lassen Sie mich doch ausreden! – und auch ich brauchte eine gewisse Zeit, um dieses Ereignis zu verarbeiten. Erst heute bin ich psychophysisch in der Lage, darüber zu schreiben.

Weltmännertag – was heißt das? Heißt es Saufen, bis man umfällt? Prügeln, bis jemand anders umfällt? Oder einfach nur zügellose Ausgelassenheit im Zeichen des Penis? Wer weiß? (Ich jedenfalls nicht.) Weiterlesen

„Ein Klo wie ein Palast und Knödel bis zum Umfallen“

Überschrift erster Ordnung in HTMLDanke, lieber Standard, dass du uns mit dieser Überschrift beschenkst! Sie erreicht die dadaistische Qualität des bedenklich genialen Eugen Egner, der die Textsammlung Getaufte Hausschuhe und Katzen mit Blumenmustern für den irritierten Leser bereithält.

Titel sind etwas Schönes. Oft schöner als die betitelten Werke selbst. Weiterlesen

GROBER SPAB MIT KLEINEM β

Altes Straßennamensschild mit falschem Eszett, bestehend aus langem und kurzem Fraktur-EszettNein, ich habe nichts getrunken, entsetzter Leser, schockierte Leserin! Mir geht es heut um wirklich Wichtiges, nämlich (dramatische Pause!) – das Eszett! (Die Promi-Sexgeschichten können warten; und Sex ist ja auch im Alter schön – sagen die Jungen.)

Die Überschrift soll nur verdeutlichen, was mit dem armen, kleinen Buchstaben so angestellt, wie er als großes Beh oder kleines Beta verhunzt wird. Meist in Betriebsanleitungen fernöstlicher Firmen, die zwar solargetriebene Zeitmaschinen mit WLAN-Zugang fertigen, aber kein mickriges Sonderzeichen in ihre Übersetzungen einfügen können. Schämt euch, das kleine ß so zu demütigen! Es wird schon mehr als genug diskriminiert.

Während the German umlauts als aggressive „röck döts“ in Metal-Bands Weltkarriere machen, ist das Eszett international so beliebt wie britisches Essen und griechische Finanzpolitik. Weiterlesen

Ach wenn’s mich nur gruselt …

Ungruselig: Mit 'Edding' bemalte MeloneDas soll Halloween gewesen sein? Nun gut, mir ist mit lautem „kawumms!“ mein Reissack umgekippt (den jeder Schreibende im Haus hat). Doch wirklich überraschend war das nicht: er kippelte schon seit Tagen bedenklich vor sich hin.

So öffnete ich halt ein paar liegengebliebene Rechnungen, in der Hoffnung auf einen gehörigen Schrecken. Mit diabolischem „harhar!“ schlitzte ich die unschuldigen Umschläge auf. Doch dann die Ernüchterung: die Beträge fielen so moderat aus, dass es nicht einmal zum Gähnen reichte. Da heißt es immer, jeder Bundesbürger habe statistisch soundsovieltausend Euro Schulden, und dann das …

Ich hatte die Hoffnung auf gepflegten Grusel aufgegeben und wollte mich schon mit alten Passfotos erschrecken, die mich als adipösen Lurch mit Seitenscheitel zeigen, da entdeckte ich in der Fernsehzeitschrift Weiterlesen

„Kevin ist halb so schlimm“

Damit will die Berliner Zeitung einen trösten, der Axel heißt und von rufmordenden Buchtiteln begleitet durchs Leben schleichen muss? Wie vergeblich ist das denn?!

Na immerhin: eine Studie mit hunderten onomastisch Geschädigten habe ergeben … bla … Moment mal: Darunter über 300 Peggys und Mandys? Was für eine Vorstellung! Weiterlesen

„Die Freude am Lesen vermittelt man schon vor der Geburt“

Goethe und 'Gelbe Seiten' mit Schild: 'Bücher' ca. 2. Jt. n. Chr.So. Kommt jetzt der intrauterine Lesezirkel? Leider nein. Es geht nur um Mutterns Sprachmelodie, die schon das Leibesfrüchtchen zu erkennen vermag. Sollten Sie also Kinder haben oder heut noch welche zeugen wollen: lesen Sie diesen Artikel LAUT!!! Damit kann man nicht früh genug beginnen. Denn wie heißt es im Standard: „Die Schule kommt eigentlich zu spät.“ Das spürt jeder Schüler instinktiv und darum geht er nicht hin. Habemus salatem! Was folgt, ist (dramatische Pause!) – der gefürchtete „Leseknick“. Das ist kein Terminus technicus für „Eselsohr“, sondern der schylertüpische Nullbock auf Buch. Der Schüler merkt: Lesenkönnen zieht einen Rattenschwanz von Arbeit nach sich – pfui Deibel! Denn Schule macht jede Lustlektüre als Pflichtlektüre zur Frustlektüre. Deshalb greift man dort von vornherein zu schwer verdaulichen, schwer verkäuflichen Stoffen. Weiterlesen

„Frauen leiden stärker unter der Zeitumstellung“

NormaluhrAls ob man(n)’s nicht geahnt hätte, was die Welt hier verkündet! Deshalb fordere ich: Mehr Zeit für Frauen! Es gibt Frauenzeitschriften, warum nicht gleich eine Frauenzeit? Für Frauen gehen die Uhren anders, das weiß jeder, der mal ein Exemplar dieser Sorte beim „Shopping“ begleiten oder vor einer scheinbar verschweißten Badezimmertür warten durfte, hinter der sie sich mit ihren Kosmetika austobte. Erst eine spezielle Frauenzeit (CEWT – Central European Women’s Time) würde dem biologischen Rhythmus des etwas anderen Geschlechts gerecht werden: Weiterlesen

„Wartung: Die Psyche soll zum Kopierer werden“

Wartung … äh, Warnung: Wegen gewaltverherrlichender Präpositionalphrasen ist dieser Text erst frei ab 18! Die Jüngeren widmen sich bitte wieder ihren Pornoheften!

Ich sehe den Titel des Films schon vor mir:Filmplakat "Landhaus der geklonten Seelen"Darunter: eine düstere Villa am Waldrand. Es dämmert. Nur aus einem Fenster fällt ein Strahl fahlen Lichts in die Finsternis. Weiterlesen

Er ist’s

Herbstlicher Baum vor blauem HimmelNicht herb, nicht herber, nein herbst, diese Jahreszeit. Die Nächte werden länger, aber nicht besser. Die Blätter fallen, wie es die Schwerkraft gebeut. Gedichte fallen, nämlich einem ein. Herbstgedichte. Wie zum Beispiel … ääähm … wie zum Beispiel … Ach Gott, es gibt ja so viele Herbstgedichte. Und alle, alle fallen sie einem ein! Herbstgedichte sind überhaupt die allerschönsten Gedichte von allen. Viel schöner als zum Beispiel Gedichte über die Seelenpein pubertierender Mitbürger. Oder über umkippende Reissäcke. Weiterlesen

„Experten warnen vor Studien“

Das wurde auch Zeit! Im Satzgestrüpp des Journalismus sieht man oft vor lauter Studien die Stilblüten nicht mehr. Gewiss haben Studien einen hohen Informationswert: amerikanische Studien haben ergeben, dass mindestens hundert Prozent aller Studien irgendetwas ergeben. Aber es sind zu viele! Liebe EU, du Nobelpreisgekrönte, führe doch ein Warnschild „Vorsicht, Studie“ ein! Gefahrsymbol: ein rauchender Eierkopf im gelben Dreieck. Weiterlesen

Viel Wind und wenig Energie

Vor dem Reichstag in Berlin hat sich ein Mann selbst verbrannt. Nicht aus politischen, sondern persönlichen Gründen, wie die Berliner Zeitung vermutet. Folglich endet der Bericht so: „Kurz vor dem Zeitpunkt der Tat hatten rund 500 Sympathisanten der Windenergie-Lobby zwischen Bundeskanzleramt und Reichstagsgebäude demonstriert.“ Au weia, wozu denn dieser hässliche Appendix?! Weiterlesen

Gepuschter Heip

Heute schon gehüppt? Nein? Nicht schlimm. Denn gehüppt, schreibe gehypt, werden meist Prominente und ihre Werke, wie die Welt online heute vermerkt. Die Tatsache ist bedauerlich, die Schreibung nicht minder. Aber der Hype steht nicht alleine da: im Trendsprech wird immer irgendwo gestylt und designt, gepusht und gelikt. Das kommt heraus, wenn englische Verben in die deutsche Konjugationsmühle geraten: Verbalschrot – wenn nicht -schrott. Konjugation ist eh nichts für Feiglinge! Weiterlesen

„Sport war für sie Strafe pur“

Für mich auch. Doch ich schweife ab. Es geht um Hera Lind. Die ist auch eine Strafe und für sie wiederum war Sport – eine Strafe? Nein: „Strafe pur“. So steht es geschrieben bei Spiegel online vom elften Oktober zwotausend und zwöllef. Ach ja, das beliebte unflektiert nachgestellte Attribut nach Art einer determinativen Apposition (Grammatik pur!): Forelle blau mit Henkell trocken, Röslein rot bei Hänschen klein, TV total und Pommes satt. Das hat Kürze, Würze, Biss. Und wer beißt hier zu? Weiterlesen